Plattdeutscher Theatertag auf dem Kiekeberg- Gelebte Geschichte am 24.6.2026
Was macht man bei 32 °C an einem schulfreien Mittwoch, wenn der Abiturjahrgang das mündliche Abitur ablegt? Lange ausschlafen und dann ab an den Badesee!
Paula (Kl.6b), Thees (Kl.5c), Greta (Kl.5b), Theodor (Kl.5b), Carla (Kl.5d), Jonte (Kl.5c), Karlie (Kl.5b), und Anouk (Kl.5d) haben sich aber gegen den Badesee und für die Teilnahme am Projekt „Gelebte Geschichte“ am Kiekeberg Museum entschieden.
Alle zwei Jahren findet dort ein plattdeutscher Theater-Projekttag von 10-15 Uhr statt. Am 24.6.2026 war es wieder so weit. Mit viel Enthusiasmus wurden kleine plattdeutsche Sätze eingeübt, während man im „Fischerhuus vun Drage“ den Alltag eines Elbfischers und seiner Frau nachspielte, die vor über 100 Jahren an der Elbe gelebt haben und deren Haus man jetzt im Kiekeberg Museum besichtigen kann.
Nachmittags um 14 Uhr wurde das Erarbeitete den begeisterten Eltern und einem interessierten Publikum vorgeführt. Der Tag hat allen großen Spaß gemacht und Lust, die plattdeutschen Sprache mehr auszuprobieren…auch im Hier und Jetzt!
Am IKG ist die plattdeutsche Sprache zum Glück erlernbar und sichtbar. In einer AG kann man Plattdeutsch spielerisch lernen und auch die Schilder an allen Räumen in unserer Schule sind auf drei Sprachen ausgewiesen. Neben Hochdeutsch und Englisch kann man auf jedem Schild auch das plattdeutsche Wort für den jeweiligen Raum lesen. Und auch wenn man den Schulberg morgens erklimmt, wird man von einem Plakat der Baufirma LIST mit dem plattdeutschen Slogan „WI BOOT JÜM SCHOOL – MIT HART UN VERSTAND“ begrüßt.
Plattdeutsch war die Sprache der Hanse und wurde bis ins 16 Jahrhundert von Helsinki bis London als Verkehrssprache genutzt. Nach dem Untergang der Hanse verlor die Sprache immer weiter an Bedeutung und wurde durch das Hochdeutsche ersetzt. In norddeutschen Familien wurde trotzdem noch viel Plattdeutsch gesprochen, aber auch dort ab 1960 durch Hochdeutsch verdrängt. Erst mit den 1990ern setzte ein Umdenken ein, wodurch Plattdeutsch langsam wieder als kulturell wichtig und schützenswert angesehen wurde. Seit 1999 ist Plattdeutsch durch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen als Regionalsprache geschützt.
Paula, Thees, Greta, Theodor, Carla, Jonte, Karlie, und Anouk haben sich heute auf jeden Fall ins Zeug geschmissen, die plattdeutsche Sprache lebendig zu halten! (A. Hoyer)


