„Miteinander leben – voneinander lernen"
Schüler:innenaustausch mit Praktikum im Rahmen der Städtepartnerschaft Hamburg–Prag
Zwei Wochen in einer Gastfamilie, ein Praktikum in einer fremden Sprache, eine Stadt voller neuer Eindrücke: Das erleben die Schüler:innen des Immanuel-Kant-Gymnasiums (IKG) und des Thomas-Mann-Gymnasiums (Gymnázium Thomase Manna) in Prag. Der Austausch ist Teil der Städtepartnerschaft Hamburg–Prag und wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (Česko-německý fond budoucnosti) sowie von der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung und der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Er verläuft in zwei Phasen: Im Frühjahr kommen die Prager Schüler:innen nach Hamburg, im Herbst reisen die Schüler:innen des IKG nach Prag. Im Mittelpunkt stehen jeweils ein zweiwöchiges Praktikum und das Leben in der Gastfamilie.
Phase I: Prag zu Gast in Hamburg (Frühjahr)
Rund 15 Schüler:innen des Thomas-Mann-Gymnasiums reisen mit Schulleiter Martin Dzingel und der stellvertretenden Schulleiterin Pavla Petrová für zwei Wochen nach Hamburg. Sie wohnen bei Schüler:innen des 10. Jahrgangs des IKG, nehmen am Familienalltag teil und erkunden in ihrer Freizeit und an den Wochenenden zusammen mit ihren Austauschpartner:innen die Stadt.
Den Kern des Aufenthalts bildet ein zweiwöchiges Berufspraktikum. Die Prager Schüler:innen nennen vorab ihre Wünsche, und die betreuenden Lehrkräfte des IKG suchen mit den Gastfamilien passende Praktikumsstellen. Dort stellen sich die Jugendlichen mit einer eigenen schriftlichen Bewerbung vor – oft ihrer ersten auf Deutsch.
Ob Stadtführung, „Dialog im Stillen“, Theaterabend oder Grillfest auf dem Schulhof: Das Begleitprogramm verbindet kulturell-historische Eindrücke mit dem Erleben der Stadt und wird gemeinsam mit den Teilnehmenden gestaltet.
Phase II: Hamburg zu Gast in Prag (Herbst)
Ein halbes Jahr später sind die Rollen vertauscht: Die Schüler:innen des IKG, inzwischen im 11. Jahrgang, reisen für zwei Wochen nach Prag. Sie leben in den Familien ihrer Austauschpartner:innen und entdecken die Stadt aus dem Blickwinkel der Einheimischen.
Auch sie absolvieren ein zweiwöchiges Praktikum, in diesem Fall ein Betriebs- Sozial- und Kulturpraktikum – etwa in vier und fünf Sternhotels, bei der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik (Zemské shromáždění německých spolků v České republice), im Nationalmuseum (Národní muzeum), im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren (Pražský literární dům autorů německého jazyka), in Kindertagesstätten oder Schulen. Es entspricht damit dem Sozialpraktikum, das ihr Jahrgang zur selben Zeit in Hamburg absolviert. Ihre Erfahrungen halten die Jugendlichen in einem Bericht fest und stellen diesen an einem Projekttag ihren Mitschüler:innen vor – als Präsentationsleistung im Fach PGW.
Mehr als ein Praktikum
Der Austausch bietet weit mehr als berufliche Einblicke. In der Partnerschule lernen die Schüler:innen das Schulsystem des anderen Landes kennen, im Alltag der Gastfamilien entdecken sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede und lernen, diese zu verstehen und wertzuschätzen. So tragen sie ganz persönlich dazu bei, die Beziehungen zwischen Hamburg und Prag und zwischen Deutschland und Tschechien lebendig zu halten. Aus Gästen werden Gastgeber:innen, aus Fremden Freund:innen – ganz im Sinne des Mottos: miteinander leben, voneinander lernen.