Am Donnerstag fand der Europatag 2026 am IKG statt. Am Morgen fand in der Aula zunächst eine besondere Präsentation des 10 Jahrgangs statt. Shazia A., Elanur B., Gabriele A., Angelina K., Lamar M. und Emma J. moderierten sehr überzeugend die Veranstaltung und informierten alle Jahrgänge mit einer anschaulich gestalteten Präsentation über eine bevorstehende Abstimmung, die Ende Mai an unserer Schule stattfindet. Mit dieser Abstimmung wird entschieden, ob wir als Schule am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ teilnehmen und Teil des bundesweiten Netzwerks von Schulen werden, die an diesen wichtigen Projekten mitwirken. Unsere Schülerinnen und Schülern erhielten so einen Einblick in die Bedeutung der Teilnahme an diesem Projekt. Um teilzunehmen, muss jedes Mitglied unserer Schule – von den Schülerinnen und Schülern über den Hausmeister bis zum Schulleiter – darüber abstimmen.
Anschließend fielen die Aktivitäten zum Europatag je nach Jahrgang sehr unterschiedlich aus.
Die Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs näherten sich Europa über ihre eigene Lebenswelt. Sie reflektierten persönliche Bezüge zu europäischen Ländern, Sprachen und Kultur. Kreativ gestalteten sie gemeinsam eine große Europaflagge im Collagenstil, die so schön geworden ist, dass sie im Schulgebäude ausgestellt werden wird. Zudem unternahmen die Klassen eine kulinarische Reise durch Europa, bei der kleine Speisen aus verschiedenen Ländern mitgebracht und geteilt wurden.
Im 8. Jahrgang standen unter dem Motto „Alles gut“ die Themen Migration und die Integration junger Migrantinnen und Migranten in Deutschland im Fokus, insbesondere im Kontext der letzten Jahre. Der 9. Jahrgang beschäftigte sich u.a. mit Kinderrechten und dem Raum „[z]wischen Grenzen und Menschlichkeit“.
Die Jahrgänge 6 und 7 nahmen am Zukunftstag teil. Der 11. Jahrgang hatte regulären Unterricht. Für ihn gibt es ein gesondertes Europa-Event am 21, Mai.
Kritischer Umgang mit Social media
Im Rahmen des diesjährigen Europatags widmete sich das Immanuel-Kant-Gymnasium intensiv der Frage, wie soziale Medien unsere Gesellschaft – und insbesondere junge Menschen – prägen. Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgänge arbeiteten in Workshops zu zentralen Aspekten der Social-Media-Nutzung und präsentierten ihre Ergebnisse anschließend in der Aula.
Im Mittelpunkt der Präsentationen standen unter anderem die rasante Verbreitung von Verschwörungstheorien im Netz, die sich oft hartnäckig halten, selbst wenn sie längst widerlegt sind. Ebenso thematisierten die Jugendlichen die Problematik sogenannter „Echoräume“, in denen Nutzerinnen und Nutzer vor allem mit Meinungen konfrontiert werden, die ihre eigenen Ansichten bestätigen. Das Bewegen in solchen festen „Bubbles“ erschwere den offenen Diskurs und fördere eine einseitige Wahrnehmung der Realität.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den psychologischen Effekten sozialer Medien. Die Schülerinnen und Schüler machten auf das Suchtpotenzial aufmerksam, das durch schnelle Belohnungsmechanismen und sogenannte Dopamin-Kicks verstärkt werde. In diesem Zusammenhang stellten sie fest, dass Menschen aller Altersklassen täglich sehr viel Zeit vor Bildschirmen verbringen – ein Trend, der kritisch hinterfragt werden müsse.
Nach jeder Präsentation nahmen Vertreterinnen und Vertreter politischer Parteien Stellung, darunter SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und FDP. In der anschließenden offenen Fragerunde wurde unter anderem diskutiert, warum es – anders als etwa in Australien – keine strikten Altersbeschränkungen für die Nutzung sozialer Medien gebe. Die Antwort der Politikerinnen und Politiker fiel differenziert aus: Solche Regelungen seien technisch schwer umzusetzen und würden häufig umgangen. Grundsätzlich bewege man sich im Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und staatlicher Regulierung.
Gleichzeitig wurde betont, dass das Internet klare Spielregeln brauche. Diese müssten jedoch differenziert gestaltet sein, um sowohl Schutz als auch Freiheit zu gewährleisten. Eine weitere zentrale Frage betraf die Bedeutung sozialer Medien für die Demokratie. Hier wurde auf verschiedene Gefahren hingewiesen: den Verlust echter Diskurse, die zunehmende Oberflächlichkeit von Informationen sowie eine Emotionalisierung von Inhalten. Besonders problematisch sei die gezielte Nutzung sozialer Medien durch extremistische Akteure, was ein ernstzunehmendes Gefährdungspotenzial für demokratische Strukturen darstelle.
Das Fazit der Veranstaltung fiel dennoch vorsichtig optimistisch aus: Die Tatsache, dass sich junge Menschen – wie der anwesende 10. Jahrgang – kritisch mit ihrer eigenen Mediennutzung auseinandersetzen, mache Mut. Veranstaltungen wie dieser Europatag leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Bewusstsein zu schaffen und die Fähigkeit zur reflektierten, verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien zu stärken.
Der Europatag war ein schöner Erfolg! Ein großer Dank gilt dem Europateam (Herr Devereux, Frau Karge, Frau Keune) für die Organisation und Durchführung, den Workshop-Leitungen, den betreuenden Kolleginnen und Kollegen und last but not least natürlich KANTevent für die technische Unterstützung.

