„Der diesjährige Austausch mit unserer Partnerschule aus Prag war in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer. Zwei intensive Wochen lang durften wir unsere Gäste in Hamburg willkommen heißen und gemeinsam ein abwechslungsreiches Programm erleben, das nicht nur unsere schöne Stadt, sondern auch das Miteinander in den Mittelpunkt stellte.
Ein großer Dank gilt an dieser Stelle zunächst den Familien, die die Prager Gäste mit großer Offenheit aufgenommen haben. Ohne diese Gastfreundschaft wäre ein solcher Austausch nicht möglich – sie ist das Herzstück der Begegnung und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich alle Beteiligten schnell zu Hause fühlen konnten. Vielen herzlichen Dank dafür im Namen aller Beteiligten.
Das Besucherprogramm stand in diesem Jahr unter dem Motto „Leben am und mit dem Wasser“ und griff damit ein zentrales Merkmal Hamburgs auf. Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch die gemeinsamen Aktivitäten: Bereits am ersten Wochenende erkundeten die Schülerinnen und Schüler das Treppenviertel in Blankenese und spazierten entlang der Elbe bis zum Leuchtfeuer. Besonders eindrucksvoll war dabei nicht nur die Landschaft, sondern auch das schöne Frühlingswetter, das Hamburg von seiner besten Seite zeigte. Auch literarisch wurde am ersten Tag ein gelungener Akzent gesetzt: Der Besuch des Theaterstücks „Das Gesicht“ von Siegfried Lenz im Altonaer Theater würdigte den 100. Geburtstag des bedeutenden Schriftstellers. Die Auseinandersetzung mit seinem Werk eröffnete durch das kurzweilig-tiefgründige Doppelgänger-Thema einen Zugang zu Fragen von Identität, Macht und Verantwortung, die anschließend von den Schülerinnen und Schülern diskutiert wurden. Bis zum folgenden Dienstag konnten die Schülerinnen und Schüler erste Einblicke in den deutschen Arbeitsalltag gewinnen und ihre Erfahrungen dann beim gemeinsamen Grillen am IKG austauschen. Ein weiterer Höhepunkt war am nächsten Wochenende der große Stadtrundgang durch die HafenCity und die Speicherstadt mit Blick auf die Elbphilharmonie, der Spaziergang zu den Landungsbrücken sowie die Fahrt mit der Fähre nach Finkenwerder. Hier wurde das Leben am Wasser unmittelbar erfahrbar – sei es durch die Architektur oder die Geschichte der Hafenstadt. Am Mittwoch der letzten Woche wurde ein musealer Schwerpunkt gesetzt: der Besuch des Bucerius-Kunst-Forums mit einer Ausstellung zum Thema „Kinder in der Kunst“. Das Thema Kinder begleitete die Gastschülerinnen und Gastschüler auch im Alltag, da die meisten ihr Praktikum in einer Grundschule oder einer Kita absolvierten. Der anschließende Gang durch den Alten Elbtunnel verdeutlichte einmal mehr, wie sehr Hamburg von seiner Lage am Wasser geprägt ist, nicht zuletzt durch den einzigartigen Blick vom Aussichtspunkt auf der südlichen Elbseite. Durch die kulturellen Erkundungen und das mehrtägige Praktikum erhielten die Prager Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in das Leben in Hamburg. Solche Momente stärkten nicht nur die ohnehin hohe Sprachkompetenz der Gäste, sondern auch das gegenseitige Verständnis. Den gelungenen Abschluss bildete ein gemeinsamer Abschlussabend beim Billardspielen, bevor es schließlich hieß, Abschied zu nehmen. Dieser fiel – wie so oft – nicht leicht, denn in den zwei Wochen waren viele neue Freundschaften entstanden. So wurden bereits Verabredungen für die Sommerferien getroffen, da man nicht bis zum Gegenbesuch im Oktober warten wollte. Der Pragaustausch 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll europäische Begegnungen sind. Er verband Lernen mit persönlichen Erfahrungen, kulturelle Entdeckungen mit zwischenmenschlichem Austausch – und machte deutlich, wie lebendig Europa im Kleinen sein kann. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen im Oktober in Prag!“
(H. Mürner/ G. Sitte-Kremer)