Wir haben ein Dach über dem Kopf! Und ein Dach ist nicht nur ein nicht unwesentliches Bauteil, sondern auch der sichtbare Beweis dafür, dass aus vielen Ideen tatsächlich ein Gebäude werden kann. Die erste Hoffnung auf ein neues Schulgebäude keimte bereits in der sogenannten „Phase 0“ auf. Damals haben wir uns als Schulgemeinschaft auf den Weg gemacht, darüber nachzudenken, wie Lernen in der Zukunft gestaltet werden kann: Wie können wir Individualisierung und eigenständiges Lernen fördern? Welche räumlichen Voraussetzungen unterstützen unterschiedliche Lernwege? Und ganz grundsätzlich: Wie können raumpädagogische Konzepte dazu beitragen, dass Lernen noch besser gelingt?
Gemeinsam mit dem Kollegium wurde eine Ganztagskonferenz abgehalten, in der wir uns bewusst und mehrheitlich dafür entschieden haben, bewährte Unterrichtsmethoden um neue Möglichkeiten zu ergänzen. Lernlandschaften und Differenzierungsflächen sollen künftig in unsere Unterrichtsplanung einbezogen werden. Wie sich solche Ideen ganz konkret in Unterrichtsentwicklung übersetzen lassen, damit beschäftigt sich derzeit unser Arbeitskreis „Schulbau“.
Wenn man eine Schule mit Herz und Verstand plant, darf natürlich eine Gruppe keinesfalls fehlen: diejenigen, für die das Ganze überhaupt gebaut wird – unsere Schülerinnen und Schüler! Ihre Wünsche und Vorstellungen sollten nicht erst dann berücksichtigt werden, wenn die Möbel schon stehen. Deshalb konnten sich sämtliche Klassen und Jahrgangsstufen auf einem großen Banner mit ihren Hoffnungen, Erwartungen und Wünschen an das neue Gebäude verewigen. Dieses Banner wird nun als Zeitkapsel in das Gebäude eingebaut. Irgendwann in ferner Zukunft – vielleicht in 30, 50 oder sogar 100 Jahren – wird es wieder ans Tageslicht geholt. Dann können kommende Generationen nachlesen, was sich die Schulgemeinschaft von heute für ihre Schule gewünscht hat. Und dann wird sich zeigen, ob die damaligen Ideen genauso tragfähig waren wie hoffentlich das Schulgebäude, in dem sie dann entdeckt werden.
Besonders erfreulich war während der gesamten Bauzeit die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Listbau, die weit über das Erwartbare hinausging. Listbau, allen voran Herr Fernandez, hat beispielsweise die durch unsere Kollegin Frau Hoyer ins Leben gerufene Schüler-Vlog-Gruppe bereitwillig unterstützt. Ausgestattet mit Westen, Helmen und Sicherheitsschuhen durfte sie regelmäßig die Baustelle begehen und die Schulgemeinschaft über unsere Homepage in Form eines Video-Blogs am Baufortschritt teilhaben lassen. So wird aus einer Baustelle ein Stück gelebte Schulöffentlichkeit – und unsere Schülerinnen und Schüler können hautnah erleben, wie ihr zukünftiges Lernumfeld Gestalt annimmt. Auch der Bauzaun blieb keineswegs einfach nur ein Bauzaun. Er wurde kurzerhand zur Ausstellungs- und Werbefläche für Ergebnisse aus Schülerwettbewerben und Unterrichtsprojekten.
Angesichts all dieser Ideen und Entwicklungen hat es sich auch unsere Senatorin, Frau Bekeris, nicht nehmen lassen, unserem Richtfest beizuwohnen. In ihrem Grußwort unterstrich sie die Bedeutung moderner Schulbauten für eine gute Bildung und wünschte uns alles Gute für eine nachhaltige und erfolgreiche Nutzung des neuen Gebäudes. Ein Wunsch, den wir selbstverständlich teilen – schließlich soll das Haus nicht nur schön aussehen, sondern vor allem viele Generationen von Schülerinnen und Schülern beim Lernen begleiten.
Auch Frau Herrmann, die Geschäftsführerin der GMH, nutzte die Gelegenheit, ihrem Team und dem beteiligten Bauunternehmen für die geleistete Arbeit zu danken. Denn hinter einem solchen Bauprojekt stehen viele Menschen, die dafür sorgen, dass aus Plänen Wirklichkeit wird.
Dass diese Wertschätzung auch bei unserer Schülerschaft angekommen ist, zeigte sich im weiteren Verlauf des Festes. Zunächst sorgte die Tanz-AG des 5. Jahrgangs unter der Leitung von Frau Huhn mit einer sehr gelungenen Tanz-Performance für Bewegung und gute Stimmung. Anschließend wurde es international und ausgesprochen herzlich: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler brachten in den Herkunftssprachen der am Bau beteiligten Handwerker und Bauarbeiter ihren Dank zum Ausdruck – auf Dari, Türkisch, Russisch, Ukrainisch, Arabisch und Kurdisch.
Eine wunderbare Geste, die deutlich machte: Dieses Gebäude entsteht zwar aus Beton, Stahl, Glas und Holz, aber vor allem durch die Arbeit und das Engagement vieler Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Diesem Dank schloss sich auch unser Schulsprecherteam an, das mit Bezug auf die Zeitkapsel noch einmal auf die Erwartungen der Schülerschaft an das neue Schulgebäude abhob und seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, das es selbst noch in den Genuss der neuen Räume kommen wird.
Das Richtfest stand naturgemäß im Zeichen des Dankes an diejenigen, die in allen Wetterlagen Stein auf Stein legten und dabei Hand in Hand mit allen Prozessbeteiligten kooperierten, seien es die Schule, die BSFB, GMH, PMD oder das Architektenteam von ASP. Ob Regen, Wind oder Sonnenschein – es sind die vielen Hände und Köpfe auf der Baustelle, denen wir es zu verdanken haben, dass unsere Vorstellungen und Ideen nach und nach Gestalt annehmen.
In diesem Sinne wurde dann in alter Handwerkstradition der feierliche Spruch des Richtfestes gehalten. Mit dem Zerschlagen eines Trinkglases an der Rohfassade fand der Spruch seinen glückverheißenden Abschluss.
Nach diesem feierlichen Höhepunkt gab es für alle Beteiligten die Gelegenheit, das Gebäude selbst in Augenschein zu nehmen. Bei einer gemeinsamen Begehung konnte man bereits einen ersten Eindruck von den zukünftigen Räumlichkeiten gewinnen und eine Vorstellung von der Atmosphäre in den künftigen Klassenräumen gewinnen.
Im Anschluss klang das Richtfest bei Häppchen und Getränken in geselliger Runde aus. Wir blicken dankbar auf ein rundum gelungenes Richtfest zurück. Es war ein Fest der Begegnung, der Anerkennung und vor allem der Vorfreude. Ein Fest, das gezeigt hat, wie viele Menschen an diesem Projekt beteiligt sind und wie viel gemeinsames Engagement in diesem Gebäude steckt.
Noch ist die Arbeit nicht ganz getan. Voraussichtlich im Mai 2027 soll der Bau abgeschlossen sein, damit das neue Schulgebäude im August 2027 in Betrieb genommen werden kann. Bis dahin wird noch einiges geschehen – und wir werden den Fortschritt weiterhin mit Spannung verfolgen.
Eines steht aber schon jetzt fest: Wir haben nicht nur ein Dach über dem Kopf bekommen. Wir haben ein Stück Zukunft aufgerichtet. Und darunter soll schon bald das entstehen, worauf es bei einer Schule wirklich ankommt: gemeinsames Lernen, neue Ideen, lebendige Begegnungen und eine Schulgemeinschaft, die sich hier zu Hause fühlen kann.
In ceterum censeo: Ohne KANTevent läuft nix! Gewohnt flexibel und spontan wurde auf Wetter und Raumgegebenheiten reagiert. Kurzerhand wurde außen eine kleine Bühne errichtet, die zugelassenen Innenräume wurden ausgeleuchtet, eine Soundanlage stand zur Verfügung. Und zu guter Letzt hat Johanna R. zahlreiche Fotos bereitgestellt und einen gelungenen Zusammenschnitt auf Video gebannt, das in Kürze auf der Homepage zu sehen sein wird. Vielen Dank!