Ein Projekttag des IKG am 30.10.2017 zum 500-jährigen Reformationsjubiläum

Eingehüllt in ein dunkles Gewand, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, tritt der Lehrer Herr Weseloh auf die Bühne und verliest als Martin Luther verkleidet einen Teil der Forderungen des Wittenbergers. Montag, 08:30 Uhr, kein alltäglicher Morgen am Immanuel-Kant-Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler, die sich zu diesem ungewöhnlichen Unterrichtsbeginn in der Aula versammelt haben, schauen zunächst verwirrt. Ein Grinsen ob der Verkleidung des ansonsten Physik und PGW unterrichtenden Lehrers kann sich das Auditorium nicht verkneifen.

Bewaffnet mit einem Programm und einem Pausengutschein werden die Schülerinnen und Schüler anschließend in einen Schulvormittag entlassen, den sie anhand verschiedener Lerninseln der Bereiche Geschichte, Religion und Deutsch/Philosophie frei gestalten können. Ganz im Sinne Luthers, selbst zu denken und danach zu handeln.

Anhand verschiedener Stationen innerhalb der Lerninseln, die über die verschiedenen Gebäudetrakte der Schule verstreut liegen, können sich die Lernenden mit der Entstehung des Protestantismus', den gesellschaftlichen Auswirkungen der 95 Thesen und der Entstehung eines neuen Menschenbildes sowie dem Einfluss Luthers auf die deutsche Sprache beschäftigen. Sogar eine echte Buchpresse gibt es, die die Bedeutung des Buchdrucks für die Verbreitung der Bibel veranschaulicht. Ansonsten wird angeregt diskutiert, übersetzt, in thesenhaftem Stil gefordert, hinterfragt, musiziert, gebastelt und auch mal nur zugeschaut.

Berechtigt ist zu hoffen, dass ein Projekttag nach einem solchen Konzept mit freien Gestaltungsmöglichkeiten für die Lernenden nicht erst in 500 Jahren wieder stattfindet.