GESCHICHTE

So lange noch keine Zeitmaschine erfunden ist, kann uns nur die Geschichte einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen. Doch wollen wir das überhaupt? Wer schaut schon zurück angesichts einer sich immer rasanter entwickelnden, stetig nach Neuem strebenden Welt, in der schon die Gegenwart weitgehend ihre Relevanz eingebüßt hat? Was zählt, ist doch die Zukunft! Doch vielleicht verlangt gerade die schnelllebigste Zeit ein Innehalten. Vielleicht muss, wenn alle die Frage „Was wird morgen sein?“ stellen, unbedingt jemand „Wie ist denn das Heute überhaupt entstanden?“ zurückfragen.

„Aus der Geschichte lernen“ ist eine viel zitierte Forderung und in erster Linie eine Herausforderung. Denn wie macht man das, aus der Vergangenheit lernen? Woher stammen überhaupt, lange vor der Erfindung des Internets, des Fernsehens, der Fotografie oder gar der Schrift, unsere Kenntnisse über vergangene Zeiten – und woher nicht? Schreiben wirklich nur die Sieger Geschichte? Wie analysiert man Überlieferungen (= Historische Quellen) und was macht man eigentlich, wenn sie sich widersprechen oder manipuliert wurden?

SchülerInnen fertigen Höhlenmalerei an.

Die Zeiten, in denen Geschichtsunterricht vornehmlich aus der Lektüre endloser Darstellungstexte bestand, sind glücklicherweise vorbei. Geschichtsunterricht heißt zunächst einmal: Fragen an die Vergangenheit stellen. Hierzu bietet die Weltgeschichte eine schier endlose Zahl Phänomene und Rätsel!

Wie konnten die Ägypter vor über 4000 Jahren Bauwerke errichten, die uns heute noch staunen lassen? Wie entstanden die ersten Städte? Warum starben in Südamerika innerhalb weniger Jahre mehr als 20 Millionen Menschen? Wieso ziehen Menschen freiwillig in den Krieg? Wann, wo und warum wurden „Hexen“ verfolgt? Und was macht eigentlich ein Ritter, wenn eine neue Waffe seine Rüstung durchschlägt?

Schüler bestimmten archäologische Funde unter der Anleitung des Archäologen Moritz Mennenga..

Statt einfach nachzulesen, wie es war (und sich blind darauf zu verlassen, dass es stimmt), bedeutet heutiger Geschichtsunterricht kritische Detektivarbeit, um sich die Lösung – wie ein Puzzle – selbst zusammenzu-setzen. Hinweise sammeln, Daten auswerten, Informationen verknüpfen, logische Schlussfolgerungen ziehen, Glaubwürdigkeiten beurteilen, fremde Perspektiven einnehmen und zuletzt: begründete Urteile fällen.

Indem wir die Geschichte befragen, können wir Kompetenzen für die Zukunft erwerben.