In dem bekannten Buch von Antoine de Saint-Exupéry „Der Kleine Prinz“ tritt im fünften Bild ein Geograph auf. Er wird dort im Wesentlichen als ein „Schreibtisch- Gelehrter“ beschrieben, welcher eine Vielzahl von Einzelbefunden der „Forscher“ auf ihre Richtigkeit hin prüft und sachgerecht zusammenfasst.

In unserer Welt haben die Geographen ihren Schreibtisch längst verlassen, um sich den Schlüsselproblemen unserer Zeit anzunehmen. Betrachtet man beispielsweise die einzelnen Bildungsprojekte der UNESCO, wie Armutsbekämpfung, Umwelt, Wasser, landwirtschaftliche Entwicklung, nachhaltiger Konsum, Tourismus, Menschenrechte, interkulturelle Erziehung, kulturelle Vielfalt, Frieden und Sicherheit, Klimawandel, biologische Vielfalt, Katastrophenschutz oder Verstädterung, so wird schon auf den ersten Blick deutlich, dass diese Themen zu den großen Herausforderungen unserer Gegenwart und Zukunft zählen, eine geographische, d. h. räumliche Dimension besitzen.

Die zentrale Kategorie des Fachs Geographie ist der „Raum“ und die Wechselbeziehungen zwischen der menschlichen Gesellschaft und deren natürlicher, sozialer und technischer Umwelt. Geographische Bildung ermöglicht es somit jungen Menschen, sich die Welt zu erschließen.

Das wichtigste fachspezifische Ziel ist, „Einsicht in die Zusammenhänge zwischen natürlichen Gegebenheiten und gesellschaftlichen Aktivitäten in verschiedenen Räumen der Erde und eine darauf aufbauende raumbezogene Handlungskompetenz“ (DGfG 2007) zu entwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben im Geographieunterricht folgende Kompetenzen:

  • Sie lernen die entscheidenden natürlichen und sozioökonomischen Strukturen und Prozesse kennen und entwickeln ein Verständnis für ihre Wechselwirkungen;
  • sie eignen sich ein umfassendes räumliches Orientierungswissen an;
  • sie erlangen Fähigkeiten der Nutzung und Bewertung fachspezifischer Arbeitsmittel und -methoden, im Umgang mit vielfältigen Medien und Materialien;
  • sie erarbeiten sich Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen, die erforderlich sind, gesellschaftliche Probleme im Sinne der Nachhaltigkeit zu bewältigen.

Der Geographieunterricht nimmt darüber hinaus eine Schlüsselfunktion im interdisziplinären Bildungsbeitrag schulischer Bildung ein. So leistet der Geographieunterricht im Hinblick auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung einen entscheidenden Beitrag zur Umweltbildung. Fächerübergreifende Aufgabenstellungen übernimmt der Geographieunterricht auch im Hinblick auf

  • globales Lernen,
  • interkulturelle Bildung und
  • informationstechnische Grundbildung (sachbezogener, kritischer Umgang mit neuen Medien).

Nicht zuletzt leistet der Geographieunterricht einen wichtigen Beitrag zur Herausbildung von Personal- und Sozialkompetenzen.

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