An einem Montag kam Frau Kugler auf Chiara und mich zu und gratulierte uns erfreut. Wir beide schauten uns nur verwirrt an, da wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts von unserem Glück wussten:

Unser Artikel „Wattpad – Ein Portal für junge Autoren“, der am 12.01.2016 im Hamburger Abendblatt in der Rubrik „Schüler machen Zeitung“ erschienen war, wurde von einer Jury aus Lehrern, Redakteuren und Mitgliedern der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung zu einem der zehn interessantesten Artikel der Aktion „Schüler machen Zeitung 2015/2016“ gewählt.

e levin preis abendblatt

 

Unsere Freude war groß, doch Chiara konnte am 24. Mai aus persönlichen Gründen leider nicht zur Preisverleihung kommen. Deshalb besuchten Frau Kugler, meine Mutter und ich die Preisverleihung ohne sie. Um 14:40 Uhr meldeten wir uns bei einer Frau, die vor der unteren Eingangstür stand, an, damit sie uns abhaken konnte und wir nach oben gehen durften. In der siebten Etage wartete ein großer Buffettisch, der mit Kuchen, Keksen, Kaffeekannen, Trinkflaschen und Bechern gefüllt war, auf die eingeladenen Gäste. Wir waren die ersten Gäste, weshalb Frau Kugler sofort zu einem Interview eingeladen wurde, das auch in der Ausgabe, in der das Bild der Autoren der besten Artikel erscheinen sollte, veröffentlicht werden sollte.

 

Da Frau Kugler die „Einladung“ annahm, waren meine Mutter und ich für eine kurze Zeit alleine. Allerdings kamen weitere Gäste schon nach wenigen Minuten hinzu. Wir lernten einen Taub-Stummen kennen, der ebenfalls einen der zehn interessantesten Artikel verfasst hatte. Seine Dolmetscherin stand immer neben ihm und half ihm, alles durch die angewandte Zeichensprache zu verstehen und sich zu verständigen. Ich fand es total interessant, die Zeichensprache zu verfolgen und zu überlegen, was die Bewegungen genau meinen könnten. Nachdem jeder ein Namensschild bekommen hatte, konnten wir in einem großen Raum, in dem die Preisverleihung stattfinden sollte, Platz nehmen. Um 15 Uhr begrüßte Frau Eicke-Diekmann alle Gäste, von denen ich gedacht hätte, dass sie in größerer Zahl erscheinen würden. Sie verkündete, dass unter den zehn interessantesten Artikeln keine weiteren Platzierungen seien, da die Themen der einzelnen Artikel viel zu unterschiedlich seien, um sie vergleichen und einen Artikel, der am interessantesten war, auswählen zu können. Die Vergabe der Urkunden lief also nach den Erscheinungsdaten der Artikel ab.

 

Der Artikel von Chiara und mir wurde als Zweites vorgestellt. Ich ging zu Frau Eicke-Diekmann, nachdem sie unseren Artikel kurz zusammengefasst hatte, bedankte mich für die Einladung zur Preisverleihung und die Urkunden, welche ich dann auch entgegennahm. Ein Fotograf, der während der gesamten Veranstaltung Bilder schoss, machte noch ein paar Einzelbilder von mir. Danach konnte ich mich wieder hinsetzen und den restlichen Gewinnern meine Aufmerksamkeit schenken. Am Ende der Urkundenvergabe schickte der Fotograf uns aufs Dach, um ein Gruppenfoto von uns zu machen, das in der Zeitung erscheinen würde. Auf dem Dach war es sehr windig, sodass alle Mädchen mit offenen Haaren aufpassen mussten, dass die herumwehenden Haare nicht ins Gesicht flogen. Nach vielen Bildern konnten wir halberfroren zurück in die siebte Etage und das Buffet plündern.

 

Um 16:30 Uhr verließen die ersten Gäste die Veranstaltung. Jeder Autor bekam eine rote Tasche, auf der „Meine Stadt heißt Hamburg“ steht, geschenkt. Wir verabschiedeten uns und verließen die Veranstaltung ebenfalls. Am nächsten Tag sah ich das Interview mit Frau Kugler und unser Gruppenbild in der Zeitung, weshalb ich mich sehr freute. Rückblickend kann ich nur sagen, dass es ein unvergessliches Erlebnis war, auf dieser Preisverleihung zu sein. Ich habe neue Menschen kennengelernt, viel gelacht und mindestens genau so viel Spaß gehabt. Ich kann allen Schülern, die an diesem Projekt teilnehmen, nur empfehlen, einen Artikel zu schreiben und ihn einzusenden. Es kann nicht schaden und man weiß ja nie, was passiert - Chiara und ich hätten schließlich auch nie damit gerechnet, soweit zu kommen. Emily Levin, 9c